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Opernprojekt: Entdeckungsreise in die Welt von Königinnen, Gespenstern & Fantasiegestalten


Seit 2008 bietet die Komische Oper Berlin eine eigene Workshop-Reihe für Kinder aus Kitas, Familienzentren und Ganztagsbetreuungen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses an. Konzeptionell in die Arbeit des Pestalozzi-Fröbel-Hauses eingebunden und auf den pädagogischen Ideen des Early Excellence-Ansatzes basierend sind Kinder und ihre Eltern eingeladen, gemeinsam mit den Erzieher/innen die aufregende Welt der Oper zu entdecken. Ein Workshop dauert rund eineinhalb Stunden und widmet sich immer einer aktuellen Kinderoper im Programm - in der Vergangenheit waren das u.a. "Die Schneekönigin", "Robin Hood", "Die rote Zora", die Insektenoper "Mikropolis" und "Des Kaisers neue Kleider".

Auch im Dezember 2014 durften wieder rund 200 PFH-Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und Erzieherinnen den festlichen, mit Samt und Blattgold ausgestatteten großen Vorführungssaal der Komischen Oper Berlin besuchen. Dieses Mal sahen sie die Gruseloper "Das Gespenst von Canterville" auf der Grundlage von Oscar Wildes schaurig-schöner Geschichte über ein in die Jahre gekommenes Schlossgespenst. Wie gut, dass sich die neuen Bewohner des Schlosses Canterville, allen voran die Kinder, von sämtlichen Spukszenen wenig beeindruckt zeigten und dem Gespenst ihrerseits allerlei Streiche spielten. Die Kinder aus dem PFH waren begeistert von der Kinderoper, gruselten sich mit Vergnügen und bedachten am Schluss die Schauspieler mit viel Applaus. Die Unerschrockenheit und freudige Anteilnahme der Kinder hatte auch mit ihrer guten Vorbereitung auf den Opernbesuch zu tun. Zuvor hatte jedes Kind in der Komischen Oper Berlin einen Workshop der Musiktheaterpädagogin Anne-Kathrin Ostrop besucht.

In den Workshops zu den Kinderopern beschäftigen sich die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern mit der Geschichte des jeweiligen Stücks, sie erfahren die besonderen Ausdrucksmöglichkeiten durch Musik und Schauspiel, und sie tauchen ein in eine Fantasiewelt, in der plötzlich ganz andere Regeln als im Alltag gelten. Und gleichzeitig geht es um die ganz wichtigen, großen Themen des Lebens, die auch und vielleicht insbesondere Kinder beschäftigen. "Für mich erzählt Oper immer Menschheitsgeschichten", sagt die Musiktheaterpädagogin Anne-Kathrin Ostrop. "Ähnlich wie Märchen oder biblische Geschichten, in denen es auch immer um die Grundemotionen menschlichen Lebens geht: Liebe, Hass, Neid, Vergebung, all diese Dinge spielen dort eine Rolle und sind die zentralen Aspekte."

Übrigens waren 2014 wie in den Jahren zuvor nicht nur die aktuellen Workshop-Teilnehmer zur Aufführung der Kinderoper eingeladen, sondern auch zahlreiche Kinder aus den Workshops der vergangenen Jahre konnten die Aufführung sehen. Für Kinder und Eltern jedes Jahr ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!

Finanziert wird die Opernworkshop-Reihe dankenswerterweise von der Heinz und Heide Dürr Stiftung.