Sie sind hier

Ich wäre gerne länger geblieben


Foto: Jana Maier

Jana Maier in Cluj Napoca (Klausenberg), Siebenbürgen / Transilvanien

Die Kita Kinderland befindet sich 15 Minuten entfernt vom Zentrum von Klausenburg. Sie besteht aus sieben altershomogenen Gruppen mit je circa 12 Kindern von eins bis sieben Jahren und hat werktags von 7:00-20:00 Uhr geöffnet. Ich habe mit einer Erzieherin zusammen in der Vorschulgruppe gearbeitet, wobei ich auch oft allein für diese zuständig war und ein spezielles Programm gestalten musste. Immer gab es wechselnde Wochenthemen mit Aktivitäten dazu. Interessant war es, die Unterschiede im pädagogischen Arbeiten zu beobachten. So gibt es in Rumänien viel mehr Vorgaben als in Deutschland.

Vom Ministerium festgelegte Arbeit

In der Kita Kinderland mussten wir uns an vom Bildungsministerium verfasste Wochenpläne mit vorgeschriebenen Aktivitäten halten, selbst der Stundenanteil der einzelnen Aktivitäten war festgelegt. Generell war die Erziehung sehr leistungsorientiert und ließ den Kindern wenig Freiheiten. Auf dem Programm stand viel kognitives Lernen, zum Beispiel mussten die Kinder Gedichte auswendig lernen oder Schreibübungen mitmachen. Der Stuhlkreis am Morgen war das wichtigste Ereignis am Tag. Hierfür kommen die Kinder nach dem Frühstück zusammen, singen, reden und lernen - alles im Kollektiv. Sie müssen lang still sitzen und aufmerksam sein, offene Spielzeiten gibt es kaum - anfangs ist es mir schwer gefallen, das zu akzeptieren. Schön war die Herzlichkeit, mit der ich in Rumänien aufgenommen wurde - meine Kolleginnen und Kollegen sind mir immer sehr freundlich und hilfsbereit begegnet.

Gut vorbereitet ins Ausland

Im PFH wurden wir in einem einjährigen Profilkurs auf das Praktikum vorbereitet. Dort nahmen wir Themen rund um den anstehenden Auslandsaufenthalt durch, bekamen unter anderem organisatorische Hilfestellungen und sprachen über kulturelle Unterschiede und landesspezifische Mentalitäten. Während des Praktikums werden alle Studierenden von einer eigenen Lehrperson betreut. Einmal pro Monat muss ein Praktikumsbericht geschickt werden, und auch sonst ist jederzeit Kontakt per Telefon oder E-Mail möglich. Für mich war das wichtig, denn zu Beginn wurden mir die zahlreichen Aufgaben während des Praktikums fast zu viel. Oft wurde ich mit meiner Gruppe allein gelassen und war ganz auf mich gestellt.

Nicht allein, trotz der Ferne

Am Anfang gab es Zeiten, da habe ich überlegt, das Praktikum abzubrechen. Doch die Betreuung vom PFH war wirklich sehr gut. Ich telefonierte oder mailte teils mehrmals die Woche mit meiner Betreuerin Heidrun Schmidt. Sie ermutigte mich, nicht gleich aufzugeben und mich erst einzufinden in das System. Ich habe gelernt, mich nicht verrückt zu machen. Mein Motto war: Es wird irgendwie funktionieren, es gibt immer eine Lösung. Und irgendwann ging es plötzlich. Ich meisterte die Aufgaben und fühlte mich dabei immer besser. Am Ende hat es mir so gut in der Kita und vor allem in Rumänien insgesamt gefallen, dass ich gern länger geblieben wäre. Ein Auslandspraktikum kann ich allen für ihre Ausbildung empfehlen. Während meiner Zeit in Rumänien ist meine innere Stärke gewachsen, ich habe gelernt, auch schwierige Situationn zu meistern, mich in einem fremden Land zurechtzufinden und durchzusetzen.

Das Interview führte Julia Ziegler.

In der Bildergalerie erhalten Sie einen Eindruck von Jana Maiers Aufenthalt in Klausenburg.

Kontakt bei allen Fragen rund um das Programm Erasmus+:

Fachschule für Sozialpädagogik - Schule mit europäischen Profil
Heidrun Schmidt
Karl-Schrader-Straße 7-8
10781 Berlin
Tel: +49 / (0)30 21730 139
E-Mail: heidrun.schmidt@pfh-berlin.de