Wie sieht unser Kiez aus? Wie fühlt er sich an? Wie riecht er? Wer lebt hier und wie? Und vor allem: Wie können wir selbst unsere Welt verändern? Über die Verbindung mit ihrem Umfeld lernen die Kinder, sich sprachlich auszudrücken und Begriffe zu finden. Sie werden in ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Kreativität und ihrer Zugehörigkeit gestärkt.

Bauhaus_RaumLabor: Verhältnisse, Proportionen und Dimensionen bewusst erfahren

Im Projekt Bauhaus_RaumLabor beschäftigen sich Kinder aus PFH-Einrichtungen mit gestalterischen und naturwissenschaftlichen Fragen: Die museumspädagogische Kooperation des Pestalozzi-Fröbel-Hauses, des Bauhaus-Archivs / Museum für Gestaltung und Jugend im Museum vermittelt seit 2009 in der Projektreihe Bauhaus_RaumLabor Grundlagen der Gestaltung. Mit wechselnden Partnern und Förderern werden themenorientierte Workshops entwickelt, mit dem Ziel, Vorschul- und Grundschulkinder mit den Werken und Ideen der Künstler am Bauhaus in einen ersten Kontakt zu bringen. Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung bildet mit seiner Architektur und seinen Ausstellungsobjekten den räumlichen und inhaltlichen Ausgangspunkt.

In der diesjährigen Projektphase geht das Bauhaus_RaumLabor „auf Montage“: Inspiriert durch das Bauhaus erforschen Vorschulkinder und Schulanfänger*innen Ideen des Bauhauses in Interimsquartieren des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berliner Museen, im Stadtraum und ihrer unmittelbaren Umgebung.

Bauhaus_RaumLabor auf Montage

März 2019-März 2021

Kinder lernen spielerisch die Bauhausbewegung kennen, experimentieren mit Raum, Licht, Körper und Material und üben handwerkliche und theoretische Verbindungen zu knüpfen. Während das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung um- und neu gebaut wird, dienen städtische Architektur und Design als Einstieg, um mit den Kindern auf den Spuren des Bauhauses bewusste ästhetische Erfahrungen zu machen. Eine besondere Gelegenheit um zu reisen, neue Orte aufzusuchen und die Jubiläen 100 Jahre Bauhaus und 10 Jahre Bauhaus_RaumLabor im gemeinsamen Sinne zu feiern.

Das aktuelle Motiv der Montage knüpft am Werkstattthema der Bauhausbewegung an und stellt praktisches, handwerkliches Tun in den Fokus. Die Kinder montieren, kleben, verbinden, gestalten, fügen und bringen zusammen- als handwerkliche und zugleich künstlerische Operation.  „Auf Montage“ greift zudem das Unterwegssein, das Weitergeben von Wissen, das gemeinsame Arbeiten und Zusammenbringen unterschiedlicher Elemente auf. 

In den Workshops werden elementare gestalterische Lernerfahrungen ermöglicht, die langfristig dabei stärken sollen, individuelle und gemeinsame Lösungen zu finden. Spartenübergreifendes Arbeiten (Architektur, Tanz, Sound, Fotografie, Film etc.) ermöglicht den Kindern vielseitige Zugänge und Schwerpunkte nach persönlichen Interessen mitzubestimmen.

Die 4- bis 8-jährigen Projektteilnehmer*innen erarbeiten sich ihr Wissen von der Hand zum Kopf, vom Bleistift über den Hammer bis ins Digitale: Das diesjährige bauhaus_RaumLabors setzt sich bewusst mit digitalen Techniken auseinander, insbesondere mit deren Nutzung als digitale Werkzeuge. In dem weiten „digitalen Feld“ wird kritisch zwischen produktiven Werkzeug und Konsum unterschieden, um fokussiert, altersspezifisch, einfach und nachvollziehbar zu vermitteln. Die Nutzung audiovisueller Medien im Zusammenspiel mit Raum und Erlebnis, das Erspüren von Chancen und Einschränkungen und die sich dabei auftuenden Fragen sind Teil des Projekts.

In den Workshops wird die Lust auf gestalterisches Entwickeln gestärkt und Bauhaus-Ideen in der Lebenswelt der Kinder wiedergefunden. Die Verbindung von Kunst, Handwerk und Technik unterstützt die Kinder positiv und nachhaltig in ihrer künstlerischen Umgangsweise und lässt sie sich ihrer ästhetischen Eigenwilligkeit bewusstwerden. Die Selbstverständlichkeit, dass aus einer anfänglichen Reduktion in Form und Farbe etwas Besonderes und Einzigartiges entstehen kann, könnte sie als Zuversicht dauerhaft begleiten.

Der Höhepunkt des Projekts sind die Bühnenwochentage, an denen sich alle Kinder aus den sieben beteiligten Einrichtungen treffen, um ihr künstlerisches Wissen auszutauschen. Im Jugendkulturzentrum PUMPE tragen sie ihre Ergebnisse in einer dramaturgisch kuratierten Bühnenpräsentation zusammen.

Beteiligte Einrichtungen:
Kita Barbarossastraße
Kita Kastanienallee
Kita Belziger Straße
Kita Haubachstraße
Ganztagsbetreuung der Schinkel-Grundschule
Ganztagsbetreuung der Grundschule am Fliederbusch
Familienzentrum Mehringdamm

Steuerungsgruppe:
Silke Bauer (Pestalozzi-Fröbel-Haus)
Katrin Boemke (Jugend im Museum e.V.)
Ulrike Kuch (Architektin)

Projektleitung: Ulrike Kuch

Künstlerische Mitarbeit: Alexandre Decoupigny, Claire Fristot und Valeska Rein

Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Jugend im Museum e.V., Pestalozzi-Fröbel-Haus

Das Projekt Bauhaus_RaumLabor auf Montage wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.